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Bundesfamilienministerium fördert neue Wege in die Beratung

donum vitae startet neues Projekt - HeLB Helfen. Lotsen. Beraten.

Leitet das Projekt HeLB: Petra Schyma, Referentin der donum vitae-Bundesgeschäftsstelle (Bonn)

Das Netz der Beratungsstellen für Schwangerschaft und Schwangerschaftskonflikt ist eng geknüpft und gut ausgebaut. Dennoch erreicht es viele Frauen nicht, die Anspruch auf Beratung haben und diese aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht wahrnehmen können oder auch das Angebot der Beratung nicht kennen. Die Erprobung neuer Zugänge zu schwer erreichbaren Zielgruppen istAuftrag eines Projekts, mit dem donum vitae e.V.,staatlich anerkannter und bundesweit aktiver Träger von Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungen, an 20 Standorten multiple Wege in der Beratung entwickelt und erprobt und sie wissenschaftlich begleiten lässt. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert das Projekt für drei Jahre mit rund vier Mio. Euro.

 

Manche Frauen leben in ländlichen Regionen mit schlechter Verkehrsanbindung an die nächste größere Stadt, andere sind durch Krankheit oder Behinderung in ihrer Mobilität eingeschränkt, wieder andere finden als Migrantinnen nicht den Weg in das deutsche Beratungssystem. Das Projekt „HeLB - Helfen. Lotsen. Beraten.“ (ausführlicher Titel: „Projekt zur Erprobung multipler Beratungszugänge zu schwer erreichbaren und besonders vulnerablen Zielgruppen mit Schwerpunkt im ländlichen Raum in der Schwangerschaftsberatung“) verfolgt das Ziel, diesen Frauen (und ihren Familien) einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zur Beratung zu bieten und die bewährte Präsenzberatung durch aufsuchende und mobile Angebote zu erweitern. Exemplarisch werden auch digitale Möglichkeiten in die Beratungsarbeit implementiert und ihre Wirkung in der Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung erprobt.

 

Im HeLB-Projekt kann donum vitae Erfahrungen aus früheren Modellprojekten einbringen: Im gerade abgeschlossenen Projekt „Schwangerschaft und Flucht“ hat sich die aufsuchende und dolmetschergestützte Beratung bewährt. Neue Wege, eine „Gesprächsebene“ zu schaffen, wurden im Inklusionsprojekt „Ich will auch heiraten“ erprobt. Und die Online-Beratung ist seit zehn Jahren ein erfolgreiches Instrument niedrigschwelliger Beratung.

Die Beraterinnen an den etwa 20 Modellstandorten zwischen Mühldorf/Oberbayern und Hamburg, zwischen Aachen und Rostock sind bestehenden örtlichen donum-vitae Beratungsstellen zugeordnet. Gesteuert wird das HeLB-Projekt von der Bundesgeschäftsstelle in Bonn.