Meldung

Von „Schwangerschaft und Flucht“ zu „HeLB“

Kongress „beraten. lotsen. helfen.“: Neue Aufgaben für donum vitae

Staatssekretärin Juliane Seifert, Bundesministerium Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Vorsitzende Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ (Berlin): „Geflüchtete, schwangere Frauen kennen unser Hilfesystem häufig nicht. Also müssen wir auf sie zugehen und Barrieren abbauen – denn alle Frauen haben ein Recht auf eine qualifizierte Schwangerschaftsberatung. Genau das ist der Erfolg, den donum vitae mit seinem Projekt erreicht hat!“
donum vitae / P.Salm
Staatssekretärin Juliane Seifert mit den „aufsuchenden Beraterinnen“ des donum vitae-Modellprojekts „Schwangerschaft und Flucht“: „Sie schaffen Vertrauen und arbeiten dafür, dass alle Frauen ihr Recht auf eine qualifizierte Schwangerschaftsberatung wahrnehmen."
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Mit 160 Teilnehmenden voll ausgebucht: donum vitae-Kongress „beraten. lotsen. helfen.“ im „Refugio“ in Berlin.
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donum vitae-Referentin Petra Schyma, Leiterin des Modellprojekts „Schwangerschaft und Flucht“.
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Berlin, 28. März 2019. Beraten, Lotsen, Helfen – diese drei Schlagworte umreißen, was Beraterinnen von donum vitae im Rahmen des Modellprojekts „Schwangerschaft und Flucht“ an bis zu dreißig Projektstandorten in der aufsuchenden Beratung geflüchteter (schwangerer) Frauen geleistet haben. „beraten. lotsen. helfen.“ hieß auch der große Abschlusskongress in Berlin, der zum Ende der dreijährigen Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine Bilanz des Projektes zog. Dass am Ende der Projektlaufzeit fast nahtlos ein Folgeprojekt anschließen kann, das auf den Erfahrungen der aufsuchenden Beratung einer schwer erreichbaren Zielgruppe aufbaut, verkündete Juliane Seifert, Staatssekretärin im BMFSFJ und Vorsitzende der Bundesstiftung „Mutter und Kind“, in ihrem Grußwort zum Beginn der Veranstaltung: „Es wäre zu schade und nicht nachhaltig zu sagen, dass Kompetenzen, die aufgebaut wurden, verlorengehen. Daher freue ich mich, dass ich eine gute Nachricht im Gepäck habe: Wir wollen Ihre Kompetenzen und Ihr Wissen weiter nutzen: in dem neuen Projekt „Helfen. Lotsen. Beraten.“ (HelB).“

Rund 160 Teilnehmende füllten den Tagungssaal des „Refugio“ bis auf den letzten Platz, als die donum vitae-Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch die Teilnehmenden begrüßte. Petra Schyma, Referentin der Bundesgeschäftsstelle und Projektleiterin „Schwangerschaft und Flucht“, präsentierte den Abschlussbericht. Sie zog eine positive Bilanz. Vom 1. Juni 2016 bis zum 28. Februar 2019 führten die 28 aufsuchenden Beraterinnen insgesamt 8.328 Beratungsgespräche. Davon waren 2.321 Erstberatungen und 3544 Folgebratungen für einzelne Frauen sowie 712 Erst- und 1751 Folgeberatungen für Paare. Hinzu kommen zahllose Beratungen im Rahmen von Gruppenangeboten und telefonische Beratungen. Ein Projekt, das vielen geflüchteten Frauen ganz existentiell weitergeholfen hat, das aber, wenn es nun ausläuft, an vielen Standorten eine große Lücke hinterlässt.“

Brückenschlag zum Folgeprojekt

Bei der Rückschau auf das Projekt sollte es daher nicht bleiben: Die Erfahrungen aus dem Modellprojekt, vor allem der aufsuchenden Beratung, stehen auch für die zukünftige Arbeit trägerübergreifend zur Verfügung. Denn nach der Ausnahmesituation 2015 bewegen sich die Flüchtlingszahlen auch heute noch bei immerhin jährlich rund 200.000 Migrantinnen und Migranten, darunter viele schwangere Frauen bzw. Frauen, die nach ihrer Flucht schwanger werden, die weiterhin Hilfe benötigen und nur schwer den Weg in die nächste Beratungsstelle finden. Schwer erreichbare Zielgruppen stehen daher auch im Fokus des Folgeprojekts „HeLB – Helfen. Lotsen. Beraten.“, womit donum vitae den gesammelten Erfahrungsschatz in der aufsuchenden Arbeit ebenso wie in der Arbeit mit digitalen Beratungszugängen in einen neuen, größeren Kontext einbringt.

Fachlicher Input

Die Präsentation und Diskussion der Projektergebnisse wurde ergänzt von einem anspruchsvollen Vortragsprogramm. Der Herdecker Gynäkologe Dr. Christoph Zerm referierte über das Thema „Female Genital Mutilation“ (weibliche Genitalverstümmelung), die Privatdozentin Dr. Maggie Schauer von der Universität Konstanz präsentierte die „Narrative Expositionstherapie“ als Ansatz zur Traumabehandlung, und die Mannheimer Gewaltschutzreferentin Anne-Kathrin Kaiser berichtete über Wirkungen, Möglichkeiten und Grenzen der „Standards für den Gewaltschutz“ in Flüchtlingseinrichtungen. PS